PlatzStrategie

 "Why aim at the flag, you never hit it there anyway"

- Johnny Miller

Die Goldene Regel

Beim golfspiel geht es nicht darum, wie gut deine guten schläge sind, sondern darum, wie gut deine schlechten sind. Egal auf welchem niveau man golf spielt, ob auf tour spieler-  oder auf anfängerniveau, 90% aller schläge sind nicht zufrieden stellend. Es geht also nicht darum, die guten schläge zu verbessern, sondern eher die schlechten.

Die verbesserung des eigenen golfplatzmanagements ist eine der einfachsten möglichkeiten, das eigene golfspiel zu verbessern. Es braucht keine teuren schläger, weniger zeit auf der driving-range und keine video-analyse - nur ein wenig umdenken, wie man den ball, ohne risiko, mit so wenig schlägen wie möglich ins loch bekommt.

Man wird immer besser dran sein, die einfachen schläge auszuwählen und auszuführen und dabei selbstbewusst zu schwingen, als anders herum.

Vom Abschlag

Tee den ball immer auf der seite der gefahr auf (im oberen bild also links). Suche dir ein ziel in der ferne aus, z.b. einen Baum oder sogar eine wolke in der luft.  Es sollte niemals ein ziel auf dem boden, z.b. dem fairway selbst, der fairway bunker oder das grün sein. Wenn du nämlich nach unten schaust, siehst du die ganze gefahr auf oder neben dem fairway und wirst dadurch evtl. negativ beeinflusst. Mach dir keine sorgen um die gefahr (hier im bild um den bunker), sondern konzentriere dich einfach auf dein ziel am horizont und mache den besten schwung, den du kannst. Mit diese taktik wirst du mindestens 3 oder 4 schläge pro runde sparen.

Zum Grün

Ich bin immer wieder erstaunt, wie oft amateurgolfer direkt auf die fahne zielen. Tour Spieler tun das nicht. Sie zielen eher zur mitte des grüns oder auf die Seite des Grüns, auf der mehr platz ist.

Stelle dir vor es gäbe keine fahne auf dem grün (so wie in dem bild hier oben): wo würdest du hinzielen? Über den bunker rechts?  Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich eher zu der Seite, wo weniger gefahr ist. Genau so machen es die tour spieler.

Wie schon erwähnt: 90% aller bälle fliegen nicht dorthin, wo man gerne hinschlagen möchte. Statistisch gesehen fliegen 35% aller bälle nach rechts und 35% nach links, 15% sind zu kurz und 5% zu lang. Nur 10% aller bälle fliegen einigermassen zum Ziel.

Variante 1: Ich ziele zur fahne

Ziele ich zur fahne, die rechts hinter einem bunker liegt, fliegt mein ball entweder 35% der zeit nach rechts in den bunker, 35% der zeit ca. 10-15 meter links neben die fahne, 15% zu kurz in den Bunker und 5% zu lang hinter die fahne. Nur 10% der bälle landen in der nähe der fahne.

Variante 2: Ich ziele in die mitte des grüns

Ziele ich einfach zur mitte des grüns, also im beispiel 15 meter links neben die fahne, fliegt mein ball zu 35% der zeit nach rechts neben die fahne, 35% der zeit nach links an den rand des grüns, 15% zu kurz vor das grün und 5% zu lang auf das grün. Nur 10% der bälle landen dort, wohin ich gezielt habe - nämlich 10-15 meter links von der fahne.

Das phänomän hier ist, dass meine schlechten schläge in variante 2 jetzt viel besser liegen, als meine schlechten schläge bei variante 1: Es befinden sich statistisch gesehen mehr bälle an der fahne.

Mit dieser taktik wirst du mindesten 4 oder 5 schläge pro runde sparen.

Rund ums Grün

Hoch annähern ist schön aber auch sehr gefährlich. Es gibt mehrere gründe, warum tour spieler eher flach annähern anstatt hoch.

1. Beim ansprechen des balles ist die mitte des schlägers, der sogenannte sweetspot, bei einem schläger mit weniger loft (wie z.b. einem eisen 7) viel näher am ball als bei einem sand- oder lobwedge. Deshalb ist es mit diesen schlägern auch einfacher in der mitte zu treffen.

2. Die ausholbewegung ist bei einem 7er oder 8er eisen viel kleiner als bei einem lob- oder sandwedge. Der ball lässt sich also bei schlägern mit weniger loft aufgrund der kleinen ausholbewegung einfacher treffen.

3. Der landepunkt wird bei einem 7er eisen viel näher gesucht als bei einem Sand- oder lobwedge, da der ball bei schlägern mit wenig loft mehr rollt und nicht so weit fliegen muss. Bei einem schlag mit dem sandwedge muss ich viel mehr energie aufwenden und benötige aufgrund der geringen rollkapazität einen verhältnismäßig festen schlag.

4. Der schlechte schlag, getoppt oder dünn, ist bei einem eisen 7 oder 8 viel besser als bei einem sand- oder lobwedge. mit einem sand- oder lobwedge benötige ich mehr schwung und habe dementsprechend auch mehr energie hinter dem schlag. Ein ball. der mit viel energie getoppt wird, läuft aber auch weiter, als ein ball, der mit wenig energie getoppt wird.

Es gibt bei der annäherung zwei ungeschriebene gesetze:

  1. Hat man mehr grün als vorgrün, lässt man den ball einen meter auf dem grün aufkommen und verwendet einen schläger, der den ball bis zum loch laufen lässt.
  2. Hat man mehr vorgrün als grün, lässt man den ball vor dem grün aufkommen und verwendet einen schläger, der den ball bis zum loch laufen lässt.

Schlägerwahl

Auch bei der schlägerwahl sehe ich immer wieder, wie hobby-golfer und teilweise auch spitzen-amateure falsch an die sache rangehen. Wenn man beim ball ankommt, sollte man zunächst die lage des balles anschauen und sich überlegen, mit welchem schläger der ball aus dieser lage heraus am weitesten fliegt.

 

Stelle dir einmal folgendes szenario vor: Du stehst am Abschlag von einem par 4 und der erste ball fliegt nur 100 meter weit ins Semirough.  Er liegt wie der linke ball im bild oben. Welchen schläger nimmst du jetzt? den gleichen schläger wie für den rechten Ball? Ein holz 5 oder sogar holz 3?  Das wird nicht funktionieren, weil noch nicht einmal tiger woods den ball aus der lage mit einem holz 3 vernünftig schlagen kann.

Die lage des balles bestimmt also, mit welchem schläger man den ball schlagen soll und nicht - wie die meisten glauben -  die entfernung, die man noch überbrücken muss.

Es gibt für die oben im bild dargestellte lage den perfekten schläger, mit dem man den ball am weitesten fliegen lassen kann. Genau diesen schläger muss man nehmen. Ich denke, dass der ball oben rechts im bild mit einem eisen 8 oder vielleicht einem eisen 7  am weitesten aus dieser lage fliegen wird.

 

Wendest du diese taktik an,  wirst du mindestens 3 oder 4 schläge pro runde sparen.

Beispiele unterschiedliche Spielstärke und strategien

Hier würde ich den ball auf der rechten seite des abschlags aufteen und die linke seite des grüns anspielen - unabhängig von der spielstärke des spielers und der länge des lochs.

Hier würde ich den ball auf der rechten seite des abschlags aufteen und die linke seite des fairways anspielen. Beim nächsten schlag würde ich die linke seite des grüns anspielen - unabhängig von der spielstärke des spielers und der länge des lochs.

Hier würde ich den ball auf der rechten seite des abschlags aufteen und einen schläger wählen, mit dem man niemals den bunker auf der linken seite oder das wasserhindernis auf der rechten seite erreichen kann.

Beim nächsten schlag würde ich die linke seite des grüns anspielen.


Hier zeige ich ein beispiel für 3 frauen mit unterschiedlichen spielstärken:

proette - rosa, hcp 15 - gelb und hcp 36 - blau.

Hier zeige ich ein beispiel für 2 männer mit unterschiedlicher spielstärke:

hcp 5 - Blau und hcp 18 - gelb.

Beide sollten den ball links aufteen und die rechte seite des fairways anspielen.

Hier zeige ich ein langes par 4 für einen spieler mit einem hcp zwischen 10 und 36. Da der zweite schlag sehr gefährlich ist, würde ich das loch sicherheitshalber auf bogey spielen.


Das hier könnte:

  1. die spielweise eines pros auf einem sehr langen par 5 sein
  2. die spielweise eines hcp 5-spielers auf einem sehr langen par 4
  3. die spielweise eines anfängers auf einem kurzen par 4

Die fairway bunker würde ich aus dem spiel halten, ansonsten besteht die gefahr eines doppel bogeys. Wenn das grün nicht mit zwei schlägen erreichbar ist, braucht man hier auch keinen driver vom abschlag. Dadurch hält man die fairway bunker aus dem spiel.

Das hier könnte ein par 5 entweder für einen pro oder für einen +handicap-spieler sein: Das loch ist zu gefährlich, um das grün mit zwei schlägen anzugreifen. Deshalb würde ich den ball auf der rechten seite des abschlags aufteen und die linke seite des fairways anspielen. Für den nächsten schlag würde ich einen schläger wählen, mit dem ich den bunker rechts vom grün niemals erreichen kann.

Das hier könnte ein par 5 für einen pro oder ein par 4 für einen hcp 10-Spieler sein.

Blau stellt die spielweise nach einem guten abschlag mit einem driver dar und gelb die spielweise nach einem guten abschlag mit einem holz 3. Die unterschiedlichen Spielweisen können situationsbedingt sein.


Termine/Anmeldung/Anfrage

Wenn Ihr interesse habt noch mehr zu erfahren, könnt ihr gerne meine abendseminare im golf club hubbelrath besuchen. Ich biete auch tagesseminare an, bei denen alle aspekte des strategischen spiels unter die lupe genommen werden.

November

Donnerstag 14.11.19

Mittwoch 20.11.19

Dezember

Donnerstag 05.12.19

Mittwoch 11.12.19

Januar

Donnerstag 16.01.20

Mittwoch 29.01.20

Februar

Donnerstag 13.02.20

Mittwoch 19.02.20


Ort: Golf Club Hubbelrath

Zeit: 18h30 bis 20H00

Preis: 25 Euro p/p

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